Auf der FILTECH 2026 in Köln, wo ich numaH.world vertreten durfte, wurde über Präsentationen, technische Diskussionen und Kundengespräche hinweg eine Botschaft deutlich: Nachhaltigkeit ist kein reines Compliance-Thema mehr. Sie wird zu einem Designparameter und zunehmend zu einer Quelle von Wettbewerbsvorteilen. In der gesamten Filtration werden Umweltleistung, Kreislauffähigkeit, Rückverfolgbarkeit und Lebenszyklusdenken direkt in Produktentwicklung, Operations und kommerzielle Strategie integriert.
Während die Filtration eine der klarsten Illustrationen dieses Wandels bietet, sind ähnliche Entwicklungen zunehmend in Nonwovens, Advanced Materials, Wasseraufbereitung, Flow-Control-Technologien, Bioprocessing und pharmazeutischer Separation sichtbar.
Nachhaltigkeit wird zu einer Leistungskennzahl
Über Jahrzehnte konzentrierte sich Innovation in der Filtration vor allem auf technische Leistung. Diese Parameter bleiben wesentlich, reichen aber nicht mehr aus. Kunden bewerten Lösungen heute anhand von Lebenszykluskosten, Energieverbrauch, Materialeffizienz, Kreislauffähigkeit, CO₂-Fußabdruck und regulatorischer Vorbereitung.
Ein Filter mit geringerem Materialeinsatz, aber deutlich höherem Energieverbrauch im Betrieb, verbessert die Nachhaltigkeit insgesamt nicht zwingend. Ebenso schaffen recycelte Materialien nur dann Wert, wenn sie Verarbeitbarkeit, Filtrationsleistung und Lebensdauer erhalten. Die Industrie bewegt sich schrittweise von Produktleistung hin zu Lebenszyklusleistung.
Der Filter der Zukunft wird nicht nur daran gemessen werden, was er abscheidet. Er wird auch daran gemessen werden, wie intelligent er entwickelt, hergestellt, eingesetzt, zurückgewonnen und dokumentiert wird.
Ökodesign beginnt, bevor das Produkt existiert
Nachhaltigkeit kann nicht am Ende eines Entwicklungsprogramms hinzugefügt werden. Sobald Materialien und Herstellungsprozesse festgelegt sind, ist ein großer Teil der technischen und ökologischen Leistung bereits bestimmt. Die entscheidenden Entscheidungen fallen früher:
- Auswahl von Polymeren und Fasern
- Recycelte oder biobasierte Inhalte
- Architektur des Filtermediums
- Additive und Beschichtungen
- Herstellungsprozesse
- Annahmen zur Lebensdauer
- Optionen zur Verwertung am Lebensende
Sustainability-by-Design bedeutet, Umweltziele in technische Spezifikationen zu übersetzen und zugleich Leistung, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Total Cost of Ownership aufrechtzuerhalten. Dadurch wird Produktentwicklung zu einer funktionsübergreifenden Aufgabe, die R&D, Operations, Einkauf, Qualität, Nachhaltigkeit und kommerzielle Teams von Beginn an einbezieht.
Von Nachhaltigkeitsaussagen zu belastbaren Nachweisen
Ein zweiter wichtiger Trend, der während der gesamten FILTECH zu beobachten war, betrifft Rückverfolgbarkeit und Nachweise.
Kunden, Regulierungsbehörden und Einkaufsorganisationen erwarten zunehmend produktbezogene Nachweise zu:
- Herkunft der Materialien
- Recycelten oder biobasierten Inhalten
- CO₂-Fußabdruck des Produkts
- Lieferantenkontrolle
- Annahmen zur Lebensdauer
- End-of-Life-Pfaden
- Umweltaussagen
Digitale Produktpässe, Rückverfolgbarkeitsplattformen und Nachhaltigkeits-Reporting-Systeme werden wichtig, doch Daten allein reichen nicht aus. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Verbindung zwischen physischen Materialien und digitalen Informationen über komplexe Wertschöpfungsketten hinweg aufrechtzuerhalten. Kunden erwarten zunehmend nicht Erklärungen, sondern überprüfbare Nachweise.
Agilität und Nachhaltigkeit werden untrennbar
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Nachhaltigkeit Innovation verlangsamt. FILTECH zeigte häufig das Gegenteil. Unternehmen nutzen Pilotversuche und beschleunigte Entwicklungszyklen, um neue Materialien zu bewerten, Leistung zu validieren und industrielle Risiken zu reduzieren, bevor sie in großem Maßstab investieren. Pilotanlagen verkürzen Lernzyklen, erkennen Probleme früher und verbessern die Kundenqualifikation.
Agilität ohne Nachweise schafft Risiko. Nachweise ohne Geschwindigkeit schaffen Verzögerung. Der echte Wettbewerbsvorteil entsteht aus der Kombination beider Elemente.
Warum diese Entwicklungen über die Filtration hinaus relevant sind
Diese Entwicklungen beschränken sich nicht auf die Filtration. Ähnliche Fragen entstehen in Nonwovens, Advanced Materials, Wasseraufbereitung, Flow-Control-Technologien, industrieller Separation, Bioprocessing, pharmazeutischer Produktion, Medizintechnik, Life Sciences, Industrieausrüstung, Prozessindustrien sowie Bau- und Infrastrukturmaterialien.
In der Wasseraufbereitung werden Ressourceneffizienz, Lebenszyklusleistung und Datentransparenz zu Einkaufskriterien. Im Bioprocessing und in der pharmazeutischen Separation wird Nachhaltigkeit zunehmend mit Qualitätssicherung, regulatorischer Compliance, Rückverfolgbarkeit und operativer Exzellenz verknüpft. In diesen Sektoren rückt Nachhaltigkeit weiter nach vorne und wird Teil der Engineering-Logik selbst.
Die Leadership-Herausforderung
Die größte Herausforderung ist nicht nur technologischer Natur. Sie ist organisatorisch. Wenn Nachhaltigkeit, Kreislauffähigkeit und Rückverfolgbarkeit in Produktentwicklung und Operations einziehen, benötigen Unternehmen Führungskräfte, die über traditionelle Funktionsgrenzen hinweg arbeiten können.
Wir beobachten eine steigende Nachfrage nach:
- R&D-Führungskräften, die Ökodesign und Industrialisierung verstehen
- Operations-Führungskräften, die neue Materialien und Technologien einführen können
- Einkaufsverantwortlichen, die Lieferantennachweise und Kreislaufstrategien bewerten können
- Nachhaltigkeitsexperten, die Produktentscheidungen in frühen Phasen beeinflussen können
- Kommerziellen Führungskräften, die Lebenszykluswert statt nur Produktmerkmale verkaufen können
- Führungskräften in Qualität und Digitalisierung, die Rückverfolgbarkeit in operative Systeme integrieren können
Diese Profile sind schwer zu identifizieren, weil sie technische Expertise, kommerzielles Verständnis, strategisches Denken und organisatorische Agilität verbinden.
Die numaH-Perspektive
Genau hier wird spezialisiertes Branchenwissen entscheidend.
Seit mehr als 15 Jahren unterstützt numaH Kunden in Nonwovens, Filtration, technischen Textilien, Advanced Materials und angrenzenden Wertschöpfungsketten mit internationalen Executive-Search- und Leadership-Development-Dienstleistungen.
Lernen Sie das numaH Nonwovens & Filtration Team kennen:
Grégoire Depeursinge — Partner
Grégoire ist in der Schweiz und in Italien ansässig und spricht fließend Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch. Aus der Automobilindustrie kommend, ist er seit 2006 international im Executive Search und Leadership Advisory tätig und hat mehr als 150 Mandate in Nonwovens, Filtration, Separationstechnologien, Wasseraufbereitung, Flow-Control-Technologien, Advanced Materials und angrenzenden Industrien abgeschlossen. Seine Expertise umfasst General Management, Vertrieb, Marketing, R&D, Operations und Supply Chain in EMEA und Nordamerika.
Stuart Grimley — Senior Consultant
Stuart ist im Vereinigten Königreich ansässig und bringt mehr als 30 Jahre internationale Erfahrung in Vertriebsführung, Geschäftsentwicklung und Teammanagement mit, unter anderem aus Senior-Funktionen bei Berry, Glatfelter/Jacob Holm und FG Clean Wipes. Er arbeitet auf Englisch und verfügt über ein breites Netzwerk in der Nonwovens-Industrie, in der er besonders in den Märkten für Spezialwischtücher, Reinräume und professionelle Reinigung anerkannt ist.
Philippe Wijns — Associated Consultant & Filtrationsspezialist
Philippe ist in Frankfurt ansässig und bringt mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung in Filtration und Nonwovens mit. Seine Expertise verbindet Filtrationstechnologien, Nachhaltigkeit, ESG, Commercial Due Diligence und Business Development. Kürzlich präsentierte er auf der FILTECH 2026 zu Sustainability-by-Design, Pilotversuchen, Industrialisierung und Rückverfolgbarkeit von Nachhaltigkeitsdaten. Philippe arbeitet fließend auf Niederländisch, Englisch, Deutsch und Französisch.
Was wir unseren Kunden bieten
Gemeinsam vereint unser Team:
- Tiefgehende Expertise in Nonwovens, Filtration und Separationstechnologien
- Fundierte Kenntnisse der Märkte für Wasseraufbereitung und Flow Control
- Erfahrung mit Bioprocessing, pharmazeutischer Produktion und Separationstechnologien in Life-Sciences-Umgebungen
- Kompetenzen in Executive Search und Leadership Development
- Abdeckung kommerzieller, technischer und operativer Funktionen
- Erfahrung in EMEA und Nordamerika
- Die Fähigkeit, auf Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch zu arbeiten
Wir verstehen die Technologien, Märkte und Leadership-Herausforderungen, die durch nachhaltigkeitsgetriebene Transformation, industrielle Innovation und globalen Wettbewerb entstehen.
Ausblick
FILTECH 2026 bestätigte eine einfache Schlussfolgerung: Die Zukunft der Filtration wird nicht allein durch Effizienz, Druckverlust oder Haltbarkeit definiert. Sie wird zunehmend durch Sustainability-by-Design, Lebenszyklusdenken, Rückverfolgbarkeit und die Fähigkeit geprägt, Umweltziele in industrielle Realität zu übersetzen.
Ökodesign ist kein Nischenthema mehr. Es wird zum neuen Leistungsstandard. Und zunehmend werden jene Unternehmen diese Transformation anführen, die Nachhaltigkeit, industrielle Exzellenz und die richtigen Leadership-Teams miteinander verbinden können.
Wir freuen uns darauf, diese Gespräche mit Branchenführern auf der EDANA Outlook 2026 Konferenz in Cascais, Portugal, vom 22. bis 24. September fortzusetzen, wo wir durch Grégoire Depeursinge vertreten sein werden.